Elterninformationen
Sprachfördermöglichkeiten
Folgende Tipps oder Möglichkeiten können umgesetzt werden, um Ihr Kind in der Entwicklung seiner Sprachfähigkeiten zu unterstützen:
- Versprachlichen Sie die Handlungen während des Anziehens, des Zähneputzens, des Kochens, etc. und benennen Sie die Objekte.
- Spielen Sie gemeinsam Spiele.
- Bauen Sie sprachliche Rituale im Alltag ein: Fingerverse sprechen, Lieder singen, Gute-Nachtgeschichten (vor-)lesen, etc.
- Betrachten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind dialogisch Bilderbücher, Bildergeschichten und auch Comics.
- Gehen Sie gemeinsam in die Bibliothek und nutzen Sie die dortigen Angebote.
In der direkten Umgebung gibt es folgende tolle Angebote durch die Bibliothek Oberaargau (Herzogenbuchsee, Langenthal, Huttwil):
- Buchstart Värsli-Morgen
- Buchstart Reim & Spiel
- Guet-Nacht Gschichtli
- etc.
Die Veranstaltungen sind meist kostenfrei.
- Dem Kind immer wieder Gelegenheit geben, Dinge in der Umwelt zu ertasten, zu hören, zu riechen, zu schmecken und zu sehen (z.B. im Wald, Alltagsgegenstände in der Küche, Früchte, etc.).
- Nehmen Sie sich bewusst Zeit und sprechen Sie mit Ihrem Kind: Aktiv zuhören, Blickkontakt, Kinder aussprechen lassen, sie nicht korrigieren, sondern modellieren (selbst gutes Sprachmodell sein, siehe korrektives Feedback).
- Nutzen Sie das korrektive Feedback: Wenn das Kind ein Wort falsch ausspricht oder einen Satz falsch bildet, wiederholen Sie das Gesagte richtig. So hört das Kind das korrekte Wort/ den korrekten Satz, ohne dass Sie es direkt korrigieren müssen.
- Greifen Sie die Themenfelder des Kindes auf, da mit Hilfe von Interesse und Motivation viel leichter Sprachlernprozesse angestossen werden.
«Guet z’wüsse»
- Mehrsprachigkeit ist kein Risikofaktor für die Entwicklung einer Sprachentwicklungsstörung. Es kann jedoch sein, dass Ihr Kind mehr Zeit benötigt, um das System beider oder mehrerer Sprachen zu erlangen. Es können sich beim Sprechen und Schreiben auch Fehler zeigen, welche aber in einer anderen Sprache einer korrekten Regelanwendung entsprechen. Um Ihrem Kind das Erlernen der Sprachen zu erleichtern, raten wir Ihnen: «one person – one language» – das bedeutet, sprechen Sie wenn möglich immer in der gleichen Sprache zu Ihrem Kind. Ihr Partner oder die Grosseltern können wiederum in einer anderen Sprache mit dem Kind sprechen. So weiss Ihr Kind immer, welche Sprache es bei welcher Person anwenden kann und muss nicht switchen. Sprechen Sie zudem in der Sprache mit dem Kind, welche Sie am besten beherrschen.
- Sprachliche Fähigkeiten können nur in einem zugewandten Gespräch erlernt werden. Das kindliche Spiel ist für die emotionale, kognitive und sprachliche Entwicklung von zentraler Bedeutung und kann nicht durch Lernen mit Arbeitsblättern oder Computerspielen ersetzt werden. Nutzen Sie digitale Medien immer gemeinsam. Der gemeinsame Austausch über das Gesehene regt zur sprachlichen Kommunikation an.
- Digitales und reales Lernen vernetzen: Zum Beispiel mit Spielfiguren einen Film nachspielen, basteln, zeichnen, etc.
- Vorbild bei der Mediennutzung sein: Kinder brauchen bei der Kommunikation uneingeschränkte Aufmerksamkeit und Blickkontakt. Digitale Geräte nur bewusst und begrenzt im Beisein der Kinder nutzen.
- Auch nonverbale Kommunikation in Form von Zeichnungen oder in Schriftsprache ist eine Art der Kommunikation und sollte Beachtung finden.
Weitere Informationen zur Sprach- und Leseentwicklung finden Sie unter folgenden Links:
Logopädinnen, Herzogenbuchsee und Umgebung