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Znüni-Projekt im Kindergarten und in der 1./2. Klasse

«Zusammen lernen, füreinander denken, miteinander handeln.»

Im Herbst starteten der Kindergarten Burg 1 und die Klasse 1./2. d ein gemeinsames Znüni-Projekt. Über sieben Wochen hinweg bereiteten altersgemischte Gruppen ein Znüni für alle Kinder zu – von der ersten Idee bis zum fertigen Znüni am Donnerstagmorgen. Ziel war es, Verantwortung zu übernehmen, einander zu unterstützen und echte Alltagssituationen gemeinsam zu meistern.

Fünf Gruppen – fünf Wochen – fünf Znünis

Für das Projekt bildeten wir fünf Gruppen mit je 7–8 Kindern – Igel, Blätter, Kastanien, Drachen und Wind. Die Gruppen waren bewusst stufenübergreifend zusammengesetzt, sodass die Kinder voneinander profitieren konnten:

  • Die 1./2.-Klässler:innen übernahmen z. B. das Lesen, Schreiben und Recherchieren.
  • Die Kindergartenkinder brachten viel Kreativität und praktische Energie ein.

Jede Gruppe erhielt ein Gruppensymbol, das sie während des Projekts begleitete. Die fünf Wochen der Znüni-Umsetzungen starteten, nachdem die einzelnen Gruppen ihr Znüni in Doppellektionen über zwei Wochen verteilt fertig geplant haben.

1. Woche: Ideen sammeln – Was möchten wir der grossen Kindergruppe servieren?

Im ersten Treffen erstellten alle Gruppen ein Mindmap, auf dem sie ihre Ideen festhielten – ganz frei und ohne Bewertung.
Es entstanden sehr unterschiedliche Vorschläge:

  • Früchte frisch oder getrocknet
  • Popcorn
  • Getränke wie Wasser mit Kohlensäure, Tee, Sirup und Fruchtsäfte
  • Schlangenbrot, Brot
  • Gemüse
  • Nüsse

Die Methodenkompetenz Mindmap war den älteren Kindern bereits vertraut, während die jüngeren Kinder angeleitet wurden.

Preisrecherche: Reicht unser Geld überhaupt?

Jede Gruppe hatte ein Budget von 8 Franken – bewusst begrenzt.
Die 1./2.-Klässler:innen recherchierten in einer Mathelektion die Preise:

  • Was kostet eine Banane?
  • Reicht eine Packung Popcornmais für alle Kinder?
  • Welche Sirupflasche ist am günstigsten?
  • Gibt es Preisunterschiede je nach Packungsgrösse?

Die Kinder arbeiteten dafür mit Tablets und der Migros-Website.
Die gesammelten Preise schrieben sie direkt auf das Mindmap – mit Mengenangaben und packungsbezogenen Überlegungen.

Erst jetzt wurde sichtbar, was überhaupt machbar war:
Grosse Mengen wie Popcorn sind günstig, Lieblings-Produkte dagegen oft teuer.

Beim zweiten gemeinsamen Treffen erklärten die Grossen den Kleineren, welche Ideen budgetgerecht waren. Anschliessend kreiste jede Gruppe jene Produkte rot ein, die sie einkaufen wollte.

Montag ist Einkaufstag – selbstständig mit 8 Franken unterwegs

 

Immer am Montag nach der grossen Pause (10.15–11.00 Uhr) ging die jeweilige Gruppe einkaufen.
Mit dabei: eine Förderlehrperson oder Assistenz zur Unterstützung.

Die Einkaufsliste enthielt Produktbilder, damit auch Kindergartenkinder die Artikel leicht finden konnten.

Die Kinder suchten selbstständig alle Produkte zusammen, legten sie in den Wagen und gingen gemeinsam zur Kasse.
Dort bezahlten sie selbst mit den 8 Franken – ohne zusätzliches Geld.

Donnerstag: Vorbereitung & gemeinsames Znüni

Am Donnerstagmorgen bereitete die Gruppe ihr Znüni vor. Je nach Planung wurde:

  • Obst gewaschen und geschnitten
  • Popcorn gekocht
  • Tee oder Sirup gemischt
  • Gemüse gerüstet

Besondere Gegebenheiten hatten die Waldgruppen (Wind & Drachen):
Da der Kindergarten alle drei Wochen einen Waldmorgen durchführt, bereiteten diese beiden Gruppen ihr Znüni über dem Feuer zu.
Dafür standen zusätzliche Utensilien bereit:

  • Popcorngitter
  • Kessel für Tee
  • Stöcke für Schlangenbrot
  • Grillrost
  • Die 1./2.-Klässler:innen begleiteten den Kindergarten mit in den Wald, bereiteten gemeinsam zu und arbeiteten anschliessend noch an ein paar Wald-Aufträgen.

    Um 09.50 Uhr trafen sich alle Kinder zum gemeinsamen Znüni – entweder im Kindergarten oder im Klassenzimmer. Der Beitrag der Gruppe war eine Ergänzung zum eigenen Znüni.

    Diese fünf Znüni-Runden waren geprägt von viel Freude, Stolz und Teamarbeit.

Stimmen aus dem Kindergarten

«Popcorn auf dem Feuer zu machen hat mir gefallen!»
«Das Znüni war sehr lecker.»
«Bei uns hat es an der Kasse ein bisschen mehr als 8 Franken gekostet.»
«Das Suchen vom Sirup in der Migros war schwierig.»
«Im Kindergarten war es eng, als alle zusammen gegessen haben.»

Ein Projekt, das zusammenführt

 

Das Znüni-Projekt war ein wertvolles Gemeinschaftserlebnis.
Die Kinder haben gelernt, wie viel sie gemeinsam erreichen können – und dass ihr Beitrag für alle zählt.

Ob im Wald am Feuer, beim Bezahlen an der Kasse oder beim Schneiden des Gemüses:
Die Kinder haben gezeigt, dass Zusammenarbeit etwas Wunderbares entstehen lässt.